Chronik

Karneval feiern die Oberlarer schon so lange man denken kann, der organisierter Karneval hat seine Anfänge allerdings erst mit der Jahrhundertwende. Der Junggesellenverein „Geloog Grön Eck“, der Gesangsverein „Liederkranz“ und die „Sankt Hubertus“ Schützen gründeten um diese Zeit ihre Vereine und somit wurden der rheinische Karneval auch in Oberlarer Vereinen gefeiert.

Kostümbälle und karnevalistischen Kaffeeklatsch feierte man in den damals noch reichlich vorhandenen Oberlarer Gaststätten „Zur schönen Aussicht“ (heute Disco „Altstadtgasse“), „Schötze Pitter“, „Quadt“ in der Lindenstraße oder im „Oberlarer Hof“, welcher heute noch besteht. Doch hier tat sich der alte Oberlarer schon immer etwas schwerer, trank man sein Bier an der Theke, so war man in Oberlar, also in der alten Gemeinde Sieglar, ging man in den Saal, so war man in Troisdorf, weil die Gemeindegrenze mitten durch den Saal verlief.

Unsere Aufschreibungen beweisen, dass die erste Karnevalssitzung mit Elferrat 1931 in der Gaststätte „Zur schöne Aussicht“ stattfand. Hier, wo heute die Autobahnausfahrt ist, war auch damals ein Verkehrsknotenpunkt. Die einspurige Straßenbahnlinie von Siegburg nach Zündorf war hier, an der „Weiche Oberlar“, auf einem kurzen Stück zweispurig und Straßenbahnen mussten hier verweilen bis die entgegenkommende die Weiche passiert hatte. Da dies seinerzeit etwas dauern konnte, war die Gaststätte stets gut besucht und ein Mittelpunkt in der alten Gemeinde Sieglar. Der Name „Zur schönen Aussicht“ kam nicht von ungefähr, denn der freie Blick ging über den Oberlarer Auel hin bis zur Siegniederung und zum Siebengebirge.

Einige Schützenbrüder, welche auch gerne Karneval feierten, gründeten Mitte des letzten Jahrhunderts ein Funkencorps, wie es sich für Schützen gehört in den Vereinsfarben Grün-Weiß; da jedoch dieser Zusammenschluss nicht unter der Fahne von „Glaube, Sitte und Heimat“ seine Existenz fand, wurde das Funkencorps Grün-Weiß Oberlar gegründet. Somit war der erste Karnevalsverein von Oberlar gegründet.

Nur wenige Monate nach der Gründung von „Grün-Weiß“ feierte die Eheleute Sterzenbach in der Johannesstraße (heutige Elisabethstraße) ihre Goldhochzeit, und wie es sich so gehörte, feierten hier fast alle Dorfbewohner mit. An einem Tisch, wo die Nachbarn des Jubelpaares zusammensaßen wurde zum wiederholten Male über die Gründung eines weiteren Karnevalsverein gesprochen.

Hatte man jetzt ein Tanzcorps in Oberlar, so musste doch auch ein Verein gefunden werden, der die Karnevalsveranstaltungen organisierte und durchführte. Da Grün-Weiß ein reines Männertanzcorps war, musste auch ein Verein gefunden werden wo Männer und Frauen gemeinsam ihre karnevalistische Heimat fanden. Zu später Stunde des 30. September 1952 war man sich einig und der Gründung der Karnevallsgesellschaft „Fidele Sandhasen“ stand nichts mehr im Wege.

Die Gründung der Karnevalsgesellschaft „Fidele Sandhasen“ Oberlar fand am 12. Januar 1953 im Rahmen eines gemütlichen Abends in der Johannesstraße statt. Einen Tag später, am 13. Januar 1953 fand die erste Mitgliederversammlung statt, wo auch der erste Vorstand gewählt wurde; dieser setzte sich wie folgt zusammen:

1.Vorsitzender: Heinrich Nickäs; 2. Vorsitzender: Peter Brodesser; 1. Kassierer: Arthur Bürger; 2. Kassierer: Jakob Busch; 1. Schriftführer: Franz Brammen.

Die Aufnahmegebühr betrug 1,00 DM, der monatliche Mitgliedsbeitrag 0,50 DM, für Rentner und Arbeitslose die Hälfte.

Die erste Veranstaltung fand auf Weiberfastnacht mit der Weibersitzung unter Leitung von Frau Odenthal statt, mit Kaffee und Kuchen kostete der Eintritt 2,75 DM.

Nach Karneval konnte der Vorstand auf seiner Sitzung am 25. Februar 1953 auf ein zufriedenes Publikum und auf 25 männliche und 18 weibliche Mitglieder im Männer- und Frauenkomitee blicken.

Im gleichen Jahr wurden noch ein Ball am 5. Juli auf der Oberlarer Kirmes und ein weiterer am 4. Oktober auf der Sieglarer Kirmes veranstaltet. Bei beiden Veranstaltungen war der Saal der Gaststätte Dresbach an der Weiche ausverkauft.

In der zweiten Session veranstaltete die KG insgesamt vier Sitzungen; erster Sitzungspräsident war Peter Klein.

Das Erste Fernseh-Programm strahlte zwar seit 1953 ein tägliches sechsstündiges Programm aus, doch bei maximal zehn TV-Geräten in Oberlar war dieses noch keine Konkurrenz für die verantwortlichen Vorstandsmitglieder. Die Karnevalshochburg Köln war weit entfernt und so feierte man in Oberlar, hier war man zu Hause und somit waren alle Sitzungen schnell ausverkauft. Im Programm waren keine Stars, man lachte Tränen über Büttenredner wie Franz Jakobs, Franz Scheidgen oder über Christel Lindlar und Hannelore Heinrich; natürlich bei jeder Sitzung dabei: die Jungs vom Funkencorps Grün-Weiß, doch absoluter Höhepunkt jeder Sitzung war dar Auftritt der „4 Fleege“: das Quartett „Jakobs, Klein, Brammen und Scheidgen“ riss immer wieder das Publikum von den Stühlen.

Die Kosten der Auftrittskünstler und der Musik für eine Sitzung lagen in den Jahren von 1953 bis 1959 im Durchschnitt bei 510,00 DM, dagegen liegen heute die Programmkosten bei 20.000,00 € für eine Sitzung.

Die Weiberfastnachtssitzung sollte dann die letzte Veranstaltung im Vereinslokal Dresbach an der Weiche gewesen sein. Am 18. Juli 1954 beschloss die Mitgliederversammlung den Umzug in die Gaststätte Quadt am Oberlarer Marktplatz. Wirt Willi Quadt und seine Gattin Franziska wurde noch am gleichen Tag Mitglied der KG. Willi führte von 1972 bis 1977 als 1. Vorsitzender auch die Geschicke unseres Vereins unserer Gesellschaft, er wurde am 21. Mai 1977 einstimmig von den Mitgliedern zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Das Lokal und der Name Quadt gehören mit zur Geschichte der KG so wie der Dom zu Köln gehört. 46 Jahre sollte hier die Heimat für unseren Verein sein, der Saal Quadt war Mittelpunkt des Oberlarer Ortslebens.

Nach den Präsidenten Peter Klein, Ludwig Quadt und Franz Josef Over übernahm im Oktober 1973 Gerd Kamp das Präsidentenamt im Verein. Gerd Kamp, heute noch dem Karneval stark verbunden und als Brudermeistermeister der Oberlarer Hubertus-Schützen aktiv, erkannte, dass man dem Druck der Konkurrenz von TV und benachbarten Karnevalsgesellschaften nur standhalten kann, wenn kräftig ins Programm investiert würde, und somit waren ab sofort auf der Oberlarer Bühne auch die Spitzenkräfte des Kölner Karnevals zu hören und zu sehen. 1975 kostete das Programm für die Prunksitzung bereits 4.820,00 DM.

Oberlarer Karnevalsprinzen gibt es ohne Unterbrechung von 1952 bis ins Jahr 2009, nur in den beiden Jahren 2011 und 2012 war Oberlar ohne eigenen Narrenführer. Bis 1956 war die Prinzenstellung allein dem Funkencorps „Grün-Weiß“ vorbehalten. Es dauerte bis 1957, in diesem Jahr durfte die KG „Fidele Sandhasen“ erstmalig mit Bäckermeister Toni Strauch einen Prinzen stellen. Bis ins Jubiläumsjahr 2013 folgten ihm 11 Prinzen, 12 Prinzenpaare, 2 Dreigestirne und ein Kinderprinzenpaar aus den Reihen unserer Gesellschaft.

Schon seit Gründung der KG „Fidele Sandhasen“ konnten die Mitglieder im Herren- oder Damenkomitee aktiv sein, 1958 wurde die Abteilung Männerelferrat mit einem eigenen Elferratssprecher ins Leben gerufen. Wenig später wurde der Damenelferrat gegründet.

Im Laufe der Zeit gründeten sich neben den Elferräten noch weitere Untergruppierungen, so die Kornühle, die Höppermötzjen, die Sanddancers und zuletzt 1987 die Gipsy Knings. Auf Anregung unseres damaligen Präsidentenund heutigen Ehrenpräsidenten Heinz Willi Knips wurde Alfred Assbach 1995 zum ersten Ehrensenator der KG Fidele Sandhasen ernannt, ihm folgten bis zum heutigen Tage 13 weitere Ehrensenatoren. Der Ehrensenat ist seitdem eine Abteilung der KG mit Stimmrecht im Vorstand.

Ebenfalls im Jahr 1995 stand der Verein vor der Frage, ein Tanzcorps zu gründen. Eine Gruppe junger Leute um Trainerin Susanne Oberhäuser und Kommandant Thomas Paege suchte einen etablierten Karnevalsverein, der bereit war, sie unter seinem Dach aufzunehmen und in Ruhe arbeiten zu lassen. Durch unser Tanzcorps ist mittlerweile der Name „Fidele Sandhasen“ Oberlar bei allen Karnevalisten im gesamten Bundesgebiet bekannt geworden. Innerhalb kürzester Zeit konnte sich unser Tanzcorps an der Spitze des karnevalistischen Tanzsports im Bund deutscher Karneval (BDK) etablieren. 2002 stellte man mit Alina Klein und Christopher Albert die Deutschen Meister im Paartanz, es folgten mehrere deutsche Meisterschaften und Vizemeisterschaften für unser Aushängeschild, der gemischten Garde. Mit dem Erfolg dieser Truppe stieg auch die Anzahl der aktiven und inaktiven Mitglieder in der Abteilung Tanzcorps rasant an. 2010 konnten wir die Abteilung auf eigene Vereinsfüße stellen. Unter dem Namen „Tanzcorps Fidele Sandhasen“ ist diese ehemalige Abteilung der KG „Fidele Sandhasen“ ein selbstständiger, eingetragener Verein. Wir von der „Alt-KG“ bezeichnen sie immer noch gerne als unser Tanzcorps und wünschen immer viel Erfolg.

Einen Einschnitt in unser Vereinsleben musste die KG im Jahr 1999 mit dem Verkauf des alten Vereinslokals inkl. Saal am Oberlarer Platz hinnehmen. Doch mit viel Elan, Arbeit und Hilfer der Stadt wurde auch diese Schwierigkeit gemeistert. In unserem jetzigen Veranstaltungssaal, der Aula der Europa-Schule „Am Bergeracker“ sind wir seit 12 Jahren zufriedener denn je und vor allem, durch die Größe des Saals, auch konkurrenzfähiger geworden.

Eine ganz neue Abteilung in unserer Gesellschaft – die „Fidele Mädcher“ – gründete sich im September 2012 kurz vor unserem 60-Jährigen. Junge und junggebliebene Mädels sollen hier die Gelegenheit bekommen, einfach mal in unseren „jungen, frischen“ Verein „reinzuschnuppern“ und gemeinsam mit den anderen „fidele Mädcher“ Spaß zo han, Sizungen zu besöke, Kölle avzoklappere, Tüürche zu maache, kurzum: Jeck dat janze Johr zo sinn! Zum Mitmachen sind bis auf weiteres alle Mädcher im Alter von 16 bis 111 Jahre aufgerufen, die gemeinsam „Spaß an d´r Freud“ haben wollen, ein fröhliches und freundliches Wesen haben und vom rheinisches Karnevalsbazillus infiziert sind oder infiziert werden wollen. Der erste Abteilungsvorstand setzt sich zusammen aus Anique Schmidt (Mädcher-Chefin), Sabine Dobelke (Orga-Mädcher) und Gudrun Fülle (Sparbüchs-Mädcher).

Mit einer kleinen Unterbrechung führt Dieter Scheiderich seit 1993 und damit seit fast 20 Jahren die Geschicke der Gesellschaft. Gemeinsam mit seinen beiden Stellvertretern Paul Dobelke (der seit 10 Jahren auch als Sitzungspräsident fungiert) und Geschäftsführer Wolfgang Zeidler wurde der Weg hin zur „jungen, bürgernahen“ Karnevalsgesellschaft für junge und junggebliebene Jecken gesucht. Dieser Weg macht sich nicht nur bei der Kartennachfrage bei den Sitzungen bemerkbar. Mit Hilfe des Gesamtvorstands und aller Mitglieder kann dieser Weg als sehr erfolgreich bewertet werden.

Die 1. Vorsitzenden der KG „Fidele Sandhasen“ Oberlar:

  • 1953 – 1963: Heinrich Nickäs
  • 1963 – 1971: Luwig Quadt sen.
  • 1971 – 1972: Franz Brammen
  • 1972 – 1977: Willi Quadt sen.
  • 1977 – 1983: Vinzenz Schink
  • 1983 – 1984: Alfred Assbach
  • 1984 – 1988: Addy Smidt
  • 1988 – 1990: Heinz Willy Knips
  • 1990 – 1992: Detlef Jahnz
  • 1992 – 1993: Dieter Krämer
  • 1993 – 2003: Dieter Scheiderich
  • 2003 – 2005: Bernd Dietrich
  • seit 2005: Dieter Scheiderich

 

Die Präsidenten der KG „Fidele Sandhasen“ Oberlar:

  • 1953 – 1955: Heinz Klein
  • 1955 – 1956: Josef Jöbges
  • 1956 – 1971: Ludwig Quadt sen.
  • 1971 – 1973: Franz Josef Over
  • 1973 – 1986: Gerd Kamp
  • 1986 – 1992: Detlef Jahnz
  • 1992 – 2003: Heinz Willi Knips
  • seit 2003: Paul Dobelke

 

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